Glossar
Acoustiv Wave and Current Profiler (AWAC)
Der ‚Acoustic Wave and Current Profiler‘ (AWAC) ist ein Aktivsonar, das die Doppler-Frequenzverschiebung des Nachhalls von Streukörpern im Wasser (vorwiegend Plankton) zur Bestimmung der lokalen Strömungsgeschwindigkeit nutzt. Das Gerät gibt in festen Zeitintervallen Ultraschallimpulse ab, die zurück gestreuten Signale erlauben über ihre Laufzeit eine Zuordnung der Entfernung zum Signalgeber. So lässt sich die dreidimensionale Wassergeschwindigkeit in verschiedenen Tiefen messen.
Alpha Ventus
Erster deutscher Offshore-Windpark, seit 2009 vor Borkum in Betrieb.
Anemometer
Gerät zur Messung von Windgeschwindigkeiten
- Schalenstern-Anemometer
- Ultraschall-Anemometer
Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ)
Das Meeresgebiet, welches an der 12 Seemeilen Grenze anschließt. Die Bundesregierung ist hier für Anlagengenehmigung und Naturschutz zuständig. Das Gebiet ist kein Hoheitsgebiet mehr. Für die Bundesrepublik Deutschland ist der Bereich der AWZ mit dem Gebiet des Festlandsockels identisch. Der Festlandsockel ist der seewärts des Küstenmeeres gelegene Meeresboden und Meeresuntergrund der Unterwassergebiete bis zu einer Ausdehnung von maximal 200 sm.
Beaufort-Skala
Die Beaufortskala ist eine Skala zur Klassifikation von Winden nach ihrer Geschwindigkeit. Es handelt sich um das am weitesten verbreitete System zur Definition der Windgeschwindigkeit benannt nach dem britischen Hydrographen Sir Francis Beaufort. Die Beaufort-Skala übersetzt Windgeschwindigkeiten in eine Windstärke von 0 bis 12.

Boomer-Seismik
Bei der hochfrequenten Flachwasserseismik werden mit Hilfe einer Schallquelle (Boomer) akustische Wellen in den Untergrund abgestrahlt. Die Wellen werden an Grenzflächen reflektiert und an der Wasseroberfläche wieder aufgezeichnet. Somit erhält man ein Abbild der Untergrundstrukturen.
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie ist maritimer Dienstleistungspartner für Schifffahrt, Wirtschaft und Meeresumwelt mit Dienstsitzen in Hamburg und Rostock. Es gehört als Bundesoberbehörde zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und verfügt über ein weites Aufgabenspektrum wie
- Vermessung in Nord- und Ostsee
- Herausgabe von Seekarten für die Berufs- und Sportschifffahrt
- Vorhersage von Gezeiten, Wasserstand und Sturmfluten
- Überwachung der Meeresumwelt mit Hilfe des marinen Umweltmessnetz (MARNET)
- Aufgaben mariner Raumplanung für Meeresnutzungen in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands
- Genehmigung von Offshore-Aktivitäten wie Windenergieanlagen, Pipelines, Seekabel in der AWZ
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, kurz BMU kümmert sich federführend um die Umweltpolitik bzw. die Belange des Umweltschutzes in Deutschland. Zum Geschäftsbereich des BMU gehören das Bundesamt für Naturschutz (BfN), das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und das Umweltbundesamt (UBA).
Erneuerbare Energien
Als erneuerbare Energien, auch regenerative Energien, bezeichnet man Energie aus Quellen, die sich entweder kurzfristig von selbst erneuern oder deren Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quelle beiträgt. Es handelt sich daher um nachhaltig zur Verfügung stehende Energieressourcen. Dazu gehören neben der Wasserkraft vor allem die solare Strahlung (Sonnenenergie), die Wärme im Erdinnern (Geothermie) sowie die energetisch nutzbaren Effekte der Anziehungskräfte vor allem von Mond und Sonne (Gezeitenkraft). Andere erneuerbare Energiequellen leiten sich daraus ab, so können etwa der Wind (Windenergie) und das energetische Potenzial der Biomasse (aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Bioenergie) als abgeleitete Formen der Sonnenenergie begriffen werden.
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
Das 2000 verabschiedete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dient zur Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung als zentrales Element für Klimaschutz, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung sowie zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromversorgung.
Globaleinstrahlung
Unter Globaleinstrahlung versteht man die gesamte an der Erdoberfläche auf eine horizontale Empfangsfläche auftreffende Solarstrahlung. Sie setzt sich zusammen aus
- der auf direktem Weg eintreffenden Solarstrahlung, der Direktstrahlung, und
- der Strahlung, die über Streuung an Wolken, Wasser- und Staubteilchen die Erdoberfläche erreicht, der Diffusstrahlung.
Gründung
Fundamentierung einer Windenergieanlage inklusive Boden. Im Offshore-Bereich finden sich zahlreiche verschiedene Gründungsstrukturen. Windenergieanlagen sind starken Querkräften ausgesetzt, daher werden große Anlagen oft auf mehrere Pfähle gegründet, um die Kippstabilität zu erhöhen.
Hydrographie
Vermessung der Form von Fluss-, See- und Meeresboden (Seevermessung, Gewässervermessung). Die Hydrographie ist somit ein Teil der Geomatik (Geodäsie und Geoinformatik). Zur Vermessung gehören die Erfassung, die Auswertung, die Modellierung und die Präsentation der Morphologie, die Beschaffenheit und Gestalt des Bodens.
Inklinometer
Gerät zur Messung von Neigungswinkeln.
Knoten
Nautische Geschwindigkeitseinheit. 1 Knoten entspricht 1,852 km/h oder ~ 0,5 m/s.
Kolk
Kolk bezeichnet kleine Vertiefungen (so genannte Auskolkungen) am Grund strömender Gewässer. Kolke bilden sich auch bei Unterwassergründungen von Offshore-Bauwerken, sofern sie am Meeresboden verankert sind und eine Strömung auftritt. Vor allem in flachen Gewässern in Küstennähe, wie bei Windkraftanlagen, tritt Kolkbildung auf. Dies wird im Rahmen der Bauplanung und bei der Baudurchführung entsprechend berücksichtigt.
Koordinierte Weltzeit
Die koordinierte Weltzeit, international UTC (engl. Universal Time Coordinated) genannt, ist die heute gültige Weltzeit. Eingeführt wurde sie 1968.
Die UTC besteht aus Uhrzeit und Kalenderdatum als vollständige Datumsangabe. Bei nationalen oder regionalen Zeitzonen steht meist der Hinweis, um wie viele Stunden diese von der UTC abweichen, beispielsweise entspricht UTC+1 der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) und UTC+2 der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ).
LAT
In Deutschland und den Nordsee-Staaten ist das Seekartennull seit 2005 als örtlich 'niedrigst möglicher Gezeitenwasserstand' bzw. 'Lowest Astronomical Tide (LAT)' definiert. Die LAT liegt noch etwas tiefer als Mittlere Wasserspiegelund wird auch von extremen Springtiden kaum noch unterschritten, sodass die Tiefenangaben in den Seekarten zu größerer Sicherheit für die Schifffahrt führen. Ferner schließt das neue Seekartennull negative Werte in den Gezeitentafeln aus.
MW
Megawatt. Größe, mit der die Leistung einer Windkraftanlage gemessen wird. 1 MW = 1 000 kW = 1 000 000 W(att) . Zum Vergleich: Glühbirne: 60 W.
Offshore
Buchstäblich: "Im Meer". Offshore-Anlagen sind Windkraftanlagen, die im Meer gebaut werden. Im Vergleich dazu werden Onshore-Anlagen an Land errichtet.
Ozean-Boden-Seismometer (OBS)
Das OBS-System dient der Erforschung des Meeresbodenuntergrundes. Bei den Baugrunderkundungen um FINO3 kommt dabei die Airgun-Technik zum Einsatz: Künstlich erzeugte Druckwellen und deren Echo werden gemessen, aufgezeichnet und ausgewertet.
Radar
Radar ist die Abkürzung für Radio Detection and Ranging (frei übersetzt: „Funkortung und -abstandsmessung“) und ist die Bezeichnung für verschiedene Erkennungs- und Ortungsverfahren und -geräte auf der Basis elektromagnetischer Wellen im Radiofrequenzbereich (Funkwellen).
Scholte-Wellen
Scholtewellen sind Grenzflächenwellen die sich entlang der Grenzfläche „flüssig-fest“, also beispielsweise am Meeresboden, ausbreiten. Sie sind elliptisch in der Radial-Vertikal-Ebene polarisiert. Ist der Untergrund geschichtet, so ist die Scholtewelle dispersiv, d. h. die Scholtewelle besitzt dann frequenzabhängige Ausbreitungsgeschwindigkeiten. Außerdem bilden sich zusätzlich zur Fundamentalmode auch höhere Moden aus.
Schwell (Dünung)
Mit Schwell bezeichnet man Wellen, die nicht von aktuellen Ereignissen, wie Wind etc. herrühren (vgl. Windsee). Den nach Abflauen des Windes noch auslaufenden Seegang bezeichnet man als Dünung oder auch Schwell (engl. swell). Dieser kommt oft aus anderen, zum Teil weit entfernten Meeresregionen. Seegang ist dabei der Oberbegriff für Dünung und Windsee. Beim Auslaufen der Dünung nimmt die Wellenhöhe ab und die Wellenlänge zu.
Sediment
Sediment (lat. sedimentum 'Bodensatz') bezeichnet Materialien während oder nach dem geologischen Vorgang ihrer Ablagerung (Sedimentation).
Seeanlagen-Verordnung (SeeAnlV)
Nach dieser Verordnung können Bau und Betrieb von (Windenergie)-Anlagen in der AWZ genehmigt werden.
Seekartennull (SKN)
Die Nullfläche, auf welche die Tiefenangaben einer Seekarte bezogen sind. In Gezeitengebieten stimmt das Kartennull im allgemeinen nicht mit der Nullfläche der Landesvermessung (in Deutschland: Normalnull, NN) überein. Während sich das Seekartennull auf ein besonders niedriges Niedrigwasser bezieht, orientiert sich das Normalnull am mittleren Wasserstand.
(auch: Kartennull (KN))
Seemeile (SM)
Die Seemeile oder nautische Meile (sm, NM, seltener n. mi.) ist eine in der Schiff- und Luftfahrt gebräuchliche Maßeinheit der Länge.
Ursprünglich wurde das Maß der Seemeile auf die Bogenlänge einer Winkelminute auf einem Großkreis – z. B. dem Äquator oder einem Meridian – des kugelähnlichen Erdkörpers festgelegt. Das entspricht dem 60sten Teil der Entfernung zwischen zwei benachbarten ganzzahligen Längengraden am Äquator - oder zwischen zwei benachbarten Breitengraden.
Eine Seemeile entspricht nach DIN 1301 Teil 2 genau 1852 m.
Transitionpiece
Im Zusammenhang mit Offshore-Bauwerken ein meist kurzes Zwischenstück zwischen Gründungsstruktur und Aufbauten.







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