Standort
Die Forschungsplattform FINO1 befindet sich in der Nordsee etwa 45 Kilometer nördlich von Borkum in einer Wassertiefe von ca. 30 Metern. Die exakten Standortkoordinaten sind
N 54° 00' 53,5" E 6° 35' 15,5"
Im Gebiet direkt neben der Plattform hat im November 2001 das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Errichtung des ersten Offshore-Windparks genehmigt. Inzwischen ist der Windpark mit dem Namen Alpha Ventus gebaut worden (2009–2010) und wird seit Anfang 2010 betrieben.
Baugrund
Im Oktober 2001 wurde an dem zukünftigen Standort eine Bodenuntersuchung durchgeführt. Die Bodenuntersuchung wurde als verrohrte Trockenbohrung nach DIN4021 mit einer Erdtiefe von 32 Metern in Kombination mit einer Drucksondierung nach DIN4094 mit einer Erdtiefe von 28,5 Metern unter Meeresboden durchgeführt.
Die Feinschichtung des untersuchten Bodens sieht wie folgt aus (in Metern unter dem Meeresboden):
- 0–5 Meter - Feinsand, überwiegend mittelsandig, z.T. schluffig
- 5-15 Meter - Mittelsand, überwiegend grobsandig, z.T. kiesig
- 15-32 Meter - Feinsand, überwiegend schluffig, im Tiefenbereich (15–20 m) mit lokalen Schluffeinlagerungen
Details sind dem Bohrprofil zu entnehmen, welches hier als pdf heruntergeladen werden kann.
Wellen- und Strömungsverhältnisse
Die Auslegung der FINO1-Plattform erfolgte auf Basis einer sogenannten 100-Jahres-Welle mit einer Wellenhöhe von 17 Metern. Die Theorie besagt, dass eine Welle mit einer Höhe von 17 Metern an diesem Standort nur einmal in 100 Jahren vorkommt. Die Höhe des Plattformdecks und auch der unteren Aufbauten über SKN wurde auf Grundlage dieser 100-Jahres-Welle bestimmt. Seit Inbetriebnahme der FINO1-Plattform im Jahr 2003 wurde eine Welle mit einer Höhe von 17 Metern noch nicht gemessen. Es traten aber in den letzten Jahren immer wieder gewaltige Wellen auf:
- Am 1. November 2006 fegte das Sturmtief "Britta" über die südliche Nordsee. An der FINO1-Plattform wurde eine Welle mit einer signifikanten Wellenhöhe von 9,77 Meter gemessen. Die maximale Höhe der Welle betrug demnach ca. 16 Meter. Die Welle hinterließ an der FINO1 Plattform umfangreiche Schäden im unteren Durchgang, die aufwendig repariert werden mussten.
- Am 9. November 2007 wurde eine signifikante Wellenhöhe von 10,5 Meter gemessen (Sturmtief "Tilo"). Wieder wurde die Plattform im unteren Bereich beschädigt.
- Auch am 4. Oktober 2009 wurden große Wellen mit einer signifikanten Wellenhöhe von 6,40 Meter und einer maximalen Höhe von 10,2 Meter gemessen.
Strömungsverhältnisse
Seit dem Betrieb der FINO1-Plattform im Sommer 2003 werden die Wasserströmungen und die Strömungsrichtung gemessen. Es konnten hierbei Strömungsgeschwindigkeiten von bis zu 1,5 m/s gemessen werden. Die Kolkauswaschungen um die vier Stützpfeiler betragen bis zu 1,5 Meter Tiefe am Pfahl.
Eisgang und Vereisung
Der Standort Borkum Riffgrund liegt auch in sehr eisreichen Wintern außerhalb der Grenzen des Eisvorkommens. Es ist jedoch mit Trümmereis zu rechnen. Der durch Trümmereis auftretende Eisdruck auf die Unterstruktur der Plattform ist jedoch für die Bemessung der Unterstruktur nicht maßgebend. Die gesamte Struktur der Plattform sowie die Ausrüstung (Windmessmast etc.) wurden bei der Bemessung mit einer zusätzlichen Last entsprechend einer 3 cm dicken Eisschicht als Mantellast auf allen Flächen oberhalb der Wasserlinie beaufschlagt. Hierbei wurde das spezifische Gewicht des Eises mit pEis = 700 kg/m³ berücksichtigt.
Windverhältnisse
Kurz nach Inbetriebnahme der Forschungsplattform wurde mit den Windmessungen begonnen. Die rechnerische Auswertung der gemessenen Windgeschwindigkeiten in dem Zeitraum von Januar 2004 bis Dezember ergibt eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 9,9 Metern/Sekunde an (103 Meter Höhe).
Die Hauptwindrichtung ist Süd-West.
Die gemessenen Daten aller drei Forschungsplattformen können beim BSH nach einer Registrierung abgerufen werden. Hier geht es zur FINO-Datenbank.







YouTube
Facebook
