Wellen- und Strömungsverhältnisse

Die Auslegung der FINO1-Plattform erfolgte auf Basis einer sogenannten 100-Jahres-Welle mit einer Wellenhöhe von 17 Metern. Die Theorie besagt, dass eine Welle mit einer Höhe von 17 Metern an diesem Standort nur einmal in 100 Jahren vorkommt. Die Höhe des Plattformdecks und auch der unteren Aufbauten über SKN wurde auf Grundlage dieser 100-Jahres-Welle bestimmt. Seit Inbetriebnahme der FINO1-Plattform im Jahr 2003 wurde eine Welle mit einer Höhe von 17 Metern noch nicht gemessen. Es traten aber in den letzten Jahren immer wieder gewaltige Wellen auf:

  • Am 1. November 2006 fegte das Sturmtief "Britta" über die südliche Nordsee. An der FINO1-Plattform wurde eine Welle mit einer signifikanten Wellenhöhe von 9,77 Meter gemessen. Die maximale Höhe der Welle betrug demnach ca. 16 Meter. Die Welle hinterließ an der FINO1 Plattform umfangreiche Schäden im unteren Durchgang, die aufwendig repariert werden mussten.
  • Am 9. November 2007 wurde eine signifikante Wellenhöhe von 10,5 Meter gemessen (Sturmtief "Tilo"). Wieder wurde die Plattform im unteren Bereich beschädigt.
  • Auch am 4. Oktober 2009 wurden große Wellen mit einer signifikanten Wellenhöhe von 6,40 Meter und einer maximalen Höhe von 10,2 Meter gemessen.

Strömungsverhältnisse

Seit dem Betrieb der FINO1-Plattform im Sommer 2003 werden die Wasserströmungen und die Strömungsrichtung gemessen. Es konnten hierbei Strömungsgeschwindigkeiten von bis zu 1,5 m/s gemessen werden. Die Kolkauswaschungen um die vier Stützpfeiler betragen bis zu 1,5 Meter Tiefe am Pfahl.

Eisgang und Vereisung

Der Standort Borkum Riffgrund liegt auch in sehr eisreichen Wintern außerhalb der Grenzen des Eisvorkommens. Es ist jedoch mit Trümmereis zu rechnen. Der durch Trümmereis auftretende Eisdruck auf die Unterstruktur der Plattform ist jedoch für die Bemessung der Unterstruktur nicht maßgebend. Die gesamte Struktur der Plattform sowie die Ausrüstung (Windmessmast etc.) wurden bei der Bemessung mit einer zusätzlichen Last entsprechend einer 3 cm dicken Eisschicht als Mantellast auf allen Flächen oberhalb der Wasserlinie beaufschlagt. Hierbei wurde das spezifische Gewicht des Eises mit pEis = 700 kg/m³ berücksichtigt.